Martin EggertIntense Look

Erst die Maschine, dann das Bild, heute der Rechner

Ich habe in der Fertigung angefangen, drei Jahrzehnte lang Industrie fotografiert und gefilmt und arbeite heute an Software und Prozessen.

Diese Seite verkauft nichts. Sie ist die Rückschau auf eine Arbeit, aus der das Übrige entstanden ist — und der Ort, an dem sichtbar wird, was das Auge von damals mit dem zu tun hat, was heute unter meinen Händen entsteht.

Herkunft

Maschinenbau, Fertigung, Shopfloor

Angefangen habe ich dort, wo produziert wird. Das ist keine Anekdote, sondern die Voraussetzung für alles Spätere: Wer Prozessketten von innen kennt, sieht in einer Halle etwas anderes als jemand, der zum Termin anreist. Er weiß, wo die Taktzeit sitzt, welcher Handgriff der teure ist und warum eine Minute Unterbrechung mehr kostet als der ganze Auftrag einbringt.

Das Bild

Fotografie seit 1989, Film seit 2001

Dreißig Jahre lang habe ich fotografiert, gefilmt und geschrieben, was in Fertigungen passiert. Reportagen, in denen ein Termin die Bilder für Presse, Vertrieb und Engineering zugleich lieferte. Industriefilme, die einen Ablauf so erzählen, dass ihn auch jemand versteht, der nie in der Halle stand.

Was ich in vielen hundert Stunden Interviews gelernt habe, war nicht das Fotografieren. Es war das Zuhören: Komplexe Sachverhalte werden verständlich, wenn man die Motivation der Beteiligten begreiflich macht. Diese eine Erkenntnis trägt bis heute jede Zeile, die ich schreibe.

Die Triebfeder war immer das Licht.

Light makes photography. Embrace light. Admire it. Love it. But above all, know light. Know it for all you are worth, and you will know the key to photography.

George Eastman

Der Satz ist älter als jede Kamera, mit der ich gearbeitet habe. Er stimmt trotzdem.

Heute

Prozesse, Software, generierte Bilder

Heute entstehen bei mir Fachanwendungen und Prozessmodelle — und Bilder, die keine Kamera mehr aufgenommen hat. Die Werkzeuge haben gewechselt, der Blick nicht: Es geht weiter darum, einen Ablauf zu verstehen, bevor man ihn darstellt.

Zwei Sätze aus der alten Zeit gelten unverändert. Profi kommt von provisorisch — wer im harten Tagesgeschäft perfekte Bedingungen braucht, hat keine Chance. Und: Einer ist keiner. Die Fehler liegen selten in den Teilen, fast immer in den Übergängen zwischen ihnen. Das galt am Drehort, es gilt in der Software.

Königsstuhl auf Rügen, Frühjahr 1990
Königsstuhl auf Rügen, Frühjahr 1990